Was heißt Schadenersatz bei einem Behandlungsfehler? Wie hoch ist ein Schmerzensgeld? Welche finanziellen Schäden werden ersetzt? Was ist mit Folgeschäden? Was ist ein “Hinterbliebenengeld”? Welche Voraussetzungen hat ein Schadenersatzanspruch?
Welche Schadenersatzansprüche gibt es?
Schadenersatzrechtlich unterscheidet man
- Schmerzensgeld für Schmerzen, körperliche Einschränkungen, infolgedessen psychische Belastungen, verlorene Lebensfreude
- Vermögensschäden (insbesondere Verdienstausfall, Haushaltführungsschaden, Mehrkosten)
- Haftung für künftige Vermögensschäden
- Hinterbliebenengeld wegen verstorbener Angehöriger
Behandlungsfehler kann man auch ohne Anwalt medizinisch abklären lassen (siehe Selbsthilfe). Aber bei der Bezifferung von Ansprüchen und spätestens bei einem Abfindungsvergleich sollten Sie sich von einem Patientenanwalt helfen lassen. Zumal die Gegenseite sich im Rahmen der Schadenregulierung auch entsprechend an den Anwaltskosten beteiligen muss.
Der Vergleich mit Schadenersatzzahlungen in den USA taugt nicht. Wir leben nicht in den USA. Und Schadenersatz dort schließt viele Kosten ein, die hier von gesetzlichen Kranken-, Unfall- oder Pflegeversicherungen getragen werden.
Voraussetzungen für Schadenersatz
Wie allgemein im Schadenersatzrecht muss auch im Arzthaftungsrecht
- eine Pflichtverletzung (ein Arzt- oder Behandlungsfehler)
- ursächlich
- für einen gesundheitlichen (Primär-)Schaden geworden sein, der
- wiederum ursächlich
- für einen gesundheitlichen oder finanziellen (Sekundär-)Schaden geworden ist.
Die Pflichtverletzung kommt insbesondere in Betracht, wenn der erwartbare Behandlungsstandard nicht eingehalten wurde, § 630 a Abs. 2 BGB.
Für jede dieser Voraussetzungen trägt der Geschädigte im Zweifel die Beweislast. Dabei gilt für die ersten drei Voraussetzungen (Fehler - Ursache - Primärschaden) der Strengbeweis: Das Gericht braucht Gewissheit. Für die letzten beiden Voraussetzungen (Ursächlichkeit für Folgeschäden) genügt eine überwiegende Wahrscheinlichkeit.